Ford Mustang meets Ocean Drive

Es gibt wenige Tag auf dieser Reise, an denen ich wirklich eine Plan habe, wie der Tag ablaufen soll. An diesem Tag hatte ich einen Plan: Erster Stop: Ich hole meinen Mietwagen am Flughafen ab – nein, nicht irgend einen Mietwagen, sondern ein Cabrio! Warum? Kurzer Exkurs: Lange hatte ich mich mit dem Gedanken eines Sabbaticals beschäftigt und dann habe ich im April 2017 ein Seminar besucht. Faktor E. E wie Einstellung, Engagement, Erfolg. Während dieses Seminars habe ich final beschlossen, den Traum von einem Jahr Auszeit in die Realität umzusetzen. Genau zu beschreiben, was dazu geführt hat, währe hier zu ausführlich, aber eine Situation möchte ich gerne auffassen, denn sie hat mit dem hier beschriebenen Tag in Miami zu tun. Ich sitze vor der Seminar-Gruppe auf meinem Stuhl und Thomas, der Seminarleiter, fragt mich, welches Bild ich im Kopf habe, wenn ich an mein Sabbatical denke. Spontan kommt mir in den Sinn: Ich im Cabrio in Miami. Er schenkt mir eine schimmernde Murmel und sagt: Trage sie mit Dir und immer, wenn Du sie in den Händen hälst, dann denke an das Bild – und arbeite weiter daran, diesen Traum in die Realität umzusetzen. Dieser Traum ist Realität geworden. Und ich wollte dieses Bild in meinem Kopf auch Realität werden lassen. Also habe ich meinen Mietwagen umgebucht in ein Cabrio. Einen Ford Mustang. Aber fangen wir von vorne an. Ich wache auf, mein erster Morgen in Florida, in Miami und was ist…. ES REGNET! What? Das kann nicht sein. Kurz überlege ich: Mein Plan, mein Cabrio abzuholen, in den Ocean Drive zu fahren und dort ein Foto zu machen für die Seminar-Gruppe und den Seminar-Leiter platzt. Denn es regnet. Und ich merke: Es ist gar nicht schlimm. Und in dem Moment nehme ich die Langzeitwirkung des Seminars wahr. Es ist, wie es ist. Ich kann es gerade nicht ändern. Und das ist ok. Es geht so weiter, denn mein Plan war weiterhin, dass ich an dem Tag ins Shark Valley in die Everglades fahre und dort mit einer kleinen Tram-Bahn fahre, um Alligatoren und die Everglades selber zu sehen. Morgens finde ich heraus, dass Shark Valley aufgrund des Hurrikans Irma noch geschlossen ist. Alles wird anders an diesem Tag und noch vor ein paar Wochen hätte ich mich geärgert, damit gehadert, dass ich doch nur diesen einen Tag dafür habe, nur diese Möglichkeit und nun alles nicht klappt. Aber es ist anders. Ich nehme die Veränderung so hin. Denn ich kann sie sowieso nicht ändern. Wahnsinn, wie ich mich verändert habe in den letzten Wochen, ich bin selber etwas erstaunt.

Ich checke also aus dem Hotel aus und fahre mit dem Hotel-Shuttle zum Flughafen und hole meinen Mietwagen ab.

Der Typ bei der Übergabe sagt noch: Heute ist es aber nicht so heiß für ein Cabrio und ich lache und sage: Ja, und zum Glück hab ich das Auto nur für einen Tag. Hey – was soll’s! Ich fahre (mit geschlossenem Verdeck und bei Regen) los.

Ich habe nun keinen Zeitplan mehr, da ich nicht mehr, wie ursprünglich geplant, um 11h im Shark Valley zur Tram Tour sein muss. Ich fahre trotz Regen in Richtung Miami Beach. Vorbei u.a. an gefühlt unendlich vielen Kreuzfahrtschiffen, die auf Tausende an Passagieren warten. Ich komme früh am Ocean Drive an und finde sofort einen Parkplatz. Ich bin etwas verunsichert, da ich nicht damit gerechnet habe, dass man so leicht dort parken kann und, dass dort so viele Touristen sind. Denn man hat mich oft gewarnt, ich solle bloß vorsichtig sein, Miami sei wo gefährlich. Ich laufe los Richtung Strand und freue mich unendlich, trotz grauer Wolken – der Regen hatte inzwischen aufgehört – die tollen Lifesaving Beach Stations zu sehen. WOW! Ich laufe am Strand entlang, fühle mich nicht unsicher oder so und bin irgendwie froh, wieder am Meer zu sein, die Wellen zu sehen, den Wind zu spüren, das Rauschen zu hören. Und dann die bunten Farben! Mir geht es gut!

Ich laufe am Ocean Drive auf uns ab und bin total begeistert von all den Farben, den bunten Art Deco Hotels, Restaurants und Gebäuden. Es ist wie im Film. Ich kann gar nicht genügend Fotos machen und bin einfach im Hier und Jetzt und genieße. Ich muss mich ganz schön beeilen, rechtzeitig zum Auto zurück zu kommen, um meine Parkuhr auszulösen. Es ist die gesamte Zeit trocken, zum Glück. Und mega warm. Herrlich. Natürlich mache ich noch viele Fotos mit dem Auto, denn dieser Moment des wahrgewordenen Traums muss einfach festgehalten werden. Besonders dankbar bin ich in diesen Momenten Thomas und Christoph aus dem Seminar für die Unterstützung und die Beeinflussung in der Umsetzung meines Traums. ICH DANKE EUCH WIRKLICH SEHR!

Ich hole mein Auto ab und fahre durch die Collins Avenue und nochmal den Ocean Drive entlang und da entdecke ich einen Starbucks. Und ich hab soooo Lust auf einen Kaffee. Und stelle erst dann fest, wie dankbar ich für meinen Parkplatz gleich morgens früh sein sollte, denn es ist jetzt quasi unmöglich, unter 15$ irgendwo zu parken. Ich fahre 8 Runden „um den Pudding“ und habe dann Glück. Parkplatz. Kaffee. Puh!

Weiter geht es dann für mich Richtung Westen durch die Everglades. Da Shark Valley ja nun mal geschlossen hat, halte ich beim erst besten Touri-Spot: Safari Park. Ich entschließe mich, eine Boatstour zu machen und düse per Airboat durch die Landschaft. Alle bekommen vorab Ohropax ausgehändigt, denn das Boot ist doch recht lautstark. Wir sehen Alligatoren und ich bin begeistert!

Ich fahre weiter, halte rechts und links und fahre und fahre und fahre. Überlege kurz, wie es eigentlich wäre, genau hier einen Platten zu haben – diese Überlegungen kommen eher dann, wenn ich gerade mal wieder 20 Minuten kein Auto gesehen habe, weder in meine noch in die entgegengesetzte Richtung, aber es ist alles gut. Mein Ziel ist Cape Coral, wo ich Grit und Bart (ganz enge Freunde von mir aus Hamburg) mit ihrer Tochter Linn treffe, um mit ihnen die nächste Woche zu verbringen. Als ich ankomme, ist es schon dunkel. Ich hatte einen beeindruckenden Tag hinter mir, freue mich wahnsinnig, ein Stückchen Zuhause im Arm zu halten und endlich meine Hamburg-Freunde zurück zu haben und freue mich sehr auf die Woche, die vor uns liegt.

 

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