Corona-Informations-Chaos

Genauso wenig, wie man ja wirklich gerade weiß, welche Regel wann wie in welchem Bundesland und unter welchen Umständen genau gilt, ist es auch beim Fliegen total unklar, was noch und was nicht mehr gültig ist, was es neu an Regelungen gibt und was dann auch wie gelebt wird.

Geht es zum Beispiel um das Thema Masken, so kontrolliert niemand, ob man wirklich mindestens 5 Masken zum Wechseln auf dem Flug dabei hat und ob man die Masken auch wirklich nur beim Essen abnimmt. Die Leute schlafen 10h auf dem Flug mit Maske am Kinn und alles ist ok. Das ist zumindest klar. Die Regel ist A und gelebt wird B, daran hab ich mich gewöhnt.

Nun gibt es vor einem Flug ja heutzutage so einiges zu beachten. Für Deutschland muss ich mich beim Gesundheitsamt melden, eine Einreiseanmeldung digital ausfüllen und bis spätestens 48h nach Einreise ein PCR-Testergebnis vorweisen können. Steht auf der Website des Gesundheitsamtes. Das bedeutet ja, dass ich den PCR-Test auch in Hamburg machen könnte – so wie ich es beim letzten Mal gemacht habe. Fragt man aber beim Gesundheitsamt direkt nach, weil man sowieso mit denen in Kontakt ist, heißt es, nein, der Test muss nun doch VOR Abflug stattfinden. Da es nicht so ganz einfach ist, sich in Buenos Aries zu testen, wenn man keine Symptome oder Kontakt mit jemandem, der positiv getestet wurde, hatte, checke ich also nochmal quer mit der Airline (Iberia). Der Herr am Telefon versichert mir, dass ich keinen Test vorher brauche. Weder für Argentinien am Flughafen, noch für die Airline, noch für den Transit-Aufenthalt in Madrid (weil dieser „nur“ 10h und somit unter 24h ist) noch für die Einreise nach Hamburg. Also gut. Geht auch ohne Test vor Abflug, ich bin beruhigt. 

Für die Ausreise in Argentinien benötige ich eine Eidesstattliche Gesundheitserklärung, die ich ausfüllen muss. Für Spanien auch, sagt Spanien. Iberia sagt nein, weil nur Transit. Im Flieger bekommt man sie dann aber doch und muss sie ausfüllen und am Flughafen abgeben, sonst geht es nicht weiter. Etwas verwirrend, aber problemlos.

Mein Bauchgefühl sagte mir, dass ich mich doch nochmal am Flughafen in Buenos Aires erkundigen möchte, wo man einen Test machen kann. Und zack, Gesundheitszentrum direkt vor Ort, nicht lange warten, man kann sich den Test aussuchen, den man braucht (für D braucht man ja den PCR, das ist aber von Land zu Land unterschiedlich) und der PCR kostet auch nur 30€ umgerechnet, also die Hälfte, als in D. Bestens. Test gemacht. Wieder in der Nase, wieder Tränen runtergelaufen, ich hasse es. Aber gut, es war Test Nr. 9, ich kenne es  – gewöhne mich aber trotzdem nie dran. Testergebnis soll in 2-4 Stunden aufs Handy geschickt werden, also wenn ich wohl schon im Flieger nach Madrid sitze.

Fehlt nur noch das Bezahlen des „Ausreise“-Betrages. Seitdem Argentinien die Grenzen dicht hat und man nur in Superdupersonderausnahmefällen einreisen darf, muss man eine Ausreise-Gebühr bezahlen. Ohne Worte! 9000 Pesos, das sind ca. 45 Euro. Es ist nur etwas frickelig, herauszufinden, wo man sie wie zahlt. Ich bin also ewig früher am Flughafen (4h vor Abflug), stehe draußen 1h in der Schlange, weil nur eine gewisse Anzahl an Leuten in den Terminal darf und als ich zum Check-In Schalter gehe, erfahre ich, dass ich vor dem Koffer abgeben zur Einwanderungsbehörde muss. Also einmal quer durch den zum Glück nicht so großen Flughafen. Die Dame dann zu mir: Sie haben eine E-Mail mit einem Formular bekommen. Ich: Nein, hab ich leider nicht. Sie: Zeigen Sie mir mal ihre Mails. ??? Ich: bitte! und zeige ihr meine Handy. Sie völlig empört: Die sind ja auf in einer anderen Sprache. Ja, man und willst Du jetzt meine Mails bearbeiten oder mir einfach glauben, dass ich keine bekommen habe? In gemütlicher Art druckt sie mir ein Formular aus, ich darf mit meinem gesamten Gepäck in die andere Ecke des Flughafens zur Bank, um dort zu bezahlen, dann mit dem Stempel wieder zurück und dann zum Check-In. Dort sagt dann der nette Herr: Und ihr negatives Test-Ergebnis? Alter, ich hab doch extra bei Iberia angerufen, die haben gesagt, ich brauche keins. Er: Wohin fliegen Sie? Es wird wild gelesen, recherchiert, rumgefragt und dann festgestellt, dass ich aus Argentinien kommend für D keinen Test brauche. Alles gut also. 

Los geht’s, tschüß Sonne, Hitze und strahlend blauer Himmel. Ich schlafe von 14h Flug 3,5 und bin groggy ohne Ende. Komme in Madrid an (für mich um 2h nachts), Zettel mit Gesundheitserklärung abgegeben und dann sagt die Dame: Und ihr negatives Test-Ergebnis? Ich: Ich habe doch bei Iberia angerufen… sie: Iberia ist mir egal, bei der Einreise in Spanien müssen Sie…. ja, aber ich reise ja nicht ein sondern nur Transit…. egal, müssen Sie trotzdem. Idee: Blick in die Mails! Und Glück gehabt: Negatives Testergebnis aus Buenos Aires ist da. HA! In your face! So!

Nun also 10h Aufenthalt in Madrid totschlagen, im absolut leeren Flughafen. Mit Blog schreiben und dösen und Netflix und lesen. Und viiiiiel Essen, denn durch meine Business Class Promo kann ich ja in die VIP Lounge und habe somit 3x gefrühstückt, vor allem weil es spanisches „pan con tomate“ (Brot mit Tomate) gibt – Tomatenpürre mit Olivenöl auf Brot – soooo lecker. Also gegessen, gegessen, gegessen. Geschenkt hab ich denen nichts, hihi. 

Und nach 29 Stunden Reise heißt es dann endlich:

FlugMadrid3

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