Kindertag

Heute am Sonntag, den 16.08. ist in Argentinien „día del niño“ – also Kindertag. Genau wie Muttertag und Vatertag gibt es hier auch einen Kindertag und der ist eben heute. Es ist ein bisschen wie ein Mini-Geburtstag und so gab es heute bei uns zum späten Frühstück Croissants und alles andere, was es so an fett- und zuckerreichem Gebäck hier überall gibt, mit Dulce de Leche Karamellcreme oder Vanillecreme gefüllt – Hauptsache alles mächtig süß! Zur Feier des Tages habe ich für Maxi auch eine Brownie-DulcedeLeche-Baiser-Mini-Torte besorgt, die er kurzerhand mal zum Frühstück verschlungen hat. Schien lecker gewesen zu sein.

Dann gab es ein kleines Geschenk (ein T-Shirt) und er durfte sich aussuchen, was wir heute machen. Er wollte Fahrradfahren – was mich total gefreut hat, denn es hätte ja bei einem fast 15jährigen auch „Playstation spielen“ oder „den ganzen Tag schlafen“ dabei rumkommen können. Wir schwangen uns also auf die Räder und fuhren in unser altes Viertel, wo wir bzw. die beiden vorher gewohnt haben. Wir radelten durchs Viertel, durch unseren alten Park, der voller Leute war, wo Zuckerwatte verkauft wurde und eine kleine Bimmelbahn durch die Gegend düste – von wegen Quarantäne. Während wir so durch die Straßen fuhren, fielen mir die Luftballons auf, die überall an den Türen hingen und an den Fenstern – eine Tradition am „día del niño“, die ich total schön finde. Einfach etwas BUNT in diesem gerade doch oft auch tristen Leben hier für viele Leute. Super süß war die Geste, dass jemand um einen Laternenpfahl Ballons gebunden hatte mit einem Zettel, dass sich jedes Kind einen Luftballon mitnehmen dürfe.

Ein wenig Wehmut überkam uns alle drei, als wir an der Hauttür, „unserem“ Balkon und der Straße vorbei fuhren, an „unserem“ kleinen Park, durch den man immer musste, wenn man zum Zug oder zum Einkaufen ging. Es war schon auch eine schöne Zeit, die wir dort hatten und die beiden haben dort immerhin auch 8 1/2 Jahre gewohnt.

Nach der Memory Lane Tour fuhren wir das erste Mal seit der Quarantäne (an die sich inzwischen kaum noch jemand so wirklich hält, weil es einfach nicht mehr auszuhalten ist) Ende März zu Martíns Schwester Adriana und ihre Familie. Dort wurden wir herzlichst und mit viiieel Kuchen und Kesken (gab ja heute vorher noch nichts Süßes) empfangen und es war einfach auch ein großer Schritt in Richtung von ein wenig Normalität für uns alle und tat sehr gut, sich endlich mal wieder zu sehen.

Auf dem Rückweg flog mir irgendwas ins Auge, es tat tierisch weh und ich wollte kurz anhalten, um Augentropfen zu kaufen. Hier gibt es wenige reine Apotheken, stattdessen – ähnlich wie in den USA – Drogeriemärkte mit Apotheke drin. An einem solchen hielten wir an und ich stellte mich in die Schlange drinnen für den Apotheken-Teil. Nach 15 Minuten fragt mich eine ältere Dame, welche Nummer ich hätte. ANFÄNGERFEHLER. Ich hatte vergessen, eine zu ziehen. Aber nicht, dass man mich dann trotzdem vorlässt – nein, ich reihe mich in die währenddessen gezogenen Nummern wieder hinten ein. hrmpf. Aber na gut, ich könnte es nach all den Monaten hier auch einfach besser wissen.

Wieder zurück zu Hause, durfte Maxi sich aussuchen, was es zum Abendbrot gab und eben sagte er, es sei ein schöner Kindertag gewesen. Genauso soll es ja auch sein.

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