Und mit Corona kam der Herbst

Da ich ja seit 4 Wochen kaum noch rausgehe aufgrund der Ausgangssperre (die noch mindestens 2 weitere Wochen anhält), bekomme ich auch nicht mehr so richtig mit, wie warm oder kalt es gerade draußen ist. Und in welcher Jahreszeit wir uns befinden. In Hamburg ist Frühling, also hab ich klassisch zu Ostern (wenn auch künstliche) Frühlingsblumen hierhergestellt und Osterdeko ist ja auch irgendwie immer frühlingshaft. Da kann man schon mal durcheinander kommen mit den Zeiten hier und dort. Und hier ist es tagsüber offensichtlich immer noch schön warm, wie ich heute feststelle, als ich mit Jeans und Sweatshirt rausging und feststellte, dass 20 Grad sind und es in der Sonne noch schön warm ist. Bei uns in der Wohnung wird es allerdings frisch. Wir haben nur noch morgens kurz Sonne so bis 10.30h und dann ist sie ums Haus rum und wärmt nicht mehr für uns. Dazu kommt, dass es im 9. OG extrem windig ist, also Fenster auf = kalt in der Wohnung.

Eins meiner wenigen Corona-Rituale ist ja das Klatschen am Fenster um 21h für alle, die gerade draußen helfen. Und gestern stellte ich das erste Mal ganz bewußt fest, dass abends diese eisige Luft draußen ist, die klar macht, dass der Herbst da ist. Und heute habe ich schon die ersten gelben Bäume gesehen. Auch schön, aber jetzt irgendwie so plötzlich. So ohne Übergang. Neulich war ich noch in Flipflops draußen und zack ist Herbst. Dazwischen liegt nur Corona.

Dazu kommt, dass der Herbst heute auch in mir angekommen ist. Aber nicht der schöne Herbst mit leuchtenden Blättern, Sonne und raschelndem Laub. Sondern der graue nieselige Herbst. Ich bin schlecht drauf. So ganz doll.

Heute morgen wurde die Katze von Martíns Mutter eingeschläfert, die kleine Mimi, die ich auch irgendwie ins Herz geschlossen hab. Dementsprechend ist seine Mutter mit ihren 83 Jahren natürlich am Boden zerstört, war die Mimi doch ihre Weggefährtin. Ich bin traurig, aber auch von allem genervt heute von allen und allem. Am meisten wohl von mir.

Und dann frittiert Martín auch noch Kartoffeln in der Pfanne mit gefühlt 5 Litern Fett, in der Küche, wo ich gerade die Wäsche aufgehängt habe – weil wir dort über der Waschmaschine so einen hoch- und runderfahrbaren Wäscheständer haben. Da haben Männer irgendwie keinen Geruchs-Sinn für, oder? Oh man.

Und dann erfahre ich heute Abend auch noch, dass Moritz, mein kleiner süßer Neffe mit seinen 6 Jahren mit Vollgas vom Fahrrad in ein parkendes Auto gestürzt ist, mit Nähen in der Notaufnahme und ganz tapfer sein und dicker Lippe und und und.

Weiter gehts: Heute flog der letzte Rückhol-Flieger aus Argentinien nach Deutschland. Nicht, dass ich hätte zurück fliegen wollen oder mich auf die Liste gesetzt hätte oder so, aber diese Nachricht hat mich mit dieser aktuell gefühlten Endlichkeit konfrontiert. Jetzt könnte ich nicht mal mehr fliegen, selbst wenn ich wollte.

Morgen sieht die Welt sicher wieder besser aus. Alles geht vorüber. Aber heute war doof. Hab meine Mutter am Telefon angemeckert, war mega unterkühlt zu meinem Vater am Telefon, zicke alle an, die mir unter die Finger kommen (sind ja zum Glück nicht so viele).

Was heute gut war, war ein schönes laaaaanges Gespräch mit meiner lieben Freundin Vivi, die ich Ewigkeiten nicht in Ruhe gesprochen hat. Das tat gut. So wie das Glas Weißwein, das vor mir steht. Manchmal ist Alkohol eben doch ne Lösung (kleiner Scherz).

Ein Gedanke zu “Und mit Corona kam der Herbst

  1. Ach Mäuschen, die Welt ist doch viel schöner.. denk daran dass du liebe Menschen um dich hast und auch in HH und Berlin deine Liebsten soweit gesund sind!! Auch wenn dein Neffe eine Unfall hatte, aber sicher geht es ihm gut und auch wenn du in Hamburg gewesen wärest, wärst du nicht in Berlin gewesen.. und Skype kannst man ja von überall!!! 😉😍🥰☀️🌟🌟 Drücki

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