Uruguay mit Mimosa

Als Mimosa wird ja im Allgemeinen die Mischung aus Sekt und Orangensaft bezeichnet. Mimos sind aber im Spanischen auch „Kuscheleinheiten“ oder „Liebkosungen“, wodurch es zum Spitznamen Mimosa für Martíns Mutter gekommen ist, die alle nur als Mimosa kennen. Und während wir in Uruguay Urlaub machten, haben wir sie natürlich auch besucht in La Paloma in Uruguay, wo sie – sowie zwei von Martíns Schwestern auch – lebt.

Aber vorher ging es für einen Tagesausflug nach Montevideo, der Hauptstadt von Uruguay. Ganz ehrlich: Ich höre so oft, was das für eine schöne oder interessante Stadt ist, etc., aber das kann ich nicht wirklich nachempfinden. Aber so ging es mir bei Lissabon auch und eine gewisse Ähnlichkeit in einigen Aspekten sind auch offensichtlich für mich. So sieht man deutlich, dass beide Städte einmal wirklich schön, gepflegt, voller schöner alter Gebäude waren, mit Plätzen und Alleen, Weite und hochklassigem Leben. Heute ist vieles einfach kaputt, nicht mehr gepflegt und von den Fassaden bröckelt es herunter. So schade! Aber da fehlt eben einfach das Geld oder die Korruption verschlingt es. Papis Idee war, einfach Eimer mit weißer Farbe zu verteilen und schon würde die Stadt mit einfachen Mitteln wieder strahlen. Wenn doch alles so einfach wäre….

Wir hatten einen schönen, interessanten Tag, sind viiiiiel durch die Stadt gelaufen, waren beim Stadion des ersten Fußball-Weltmeisters, bei Monumenten und Plätzen und haben der Schwüle und Hitze getrotzt und es bis zum Hafen mit der alten Markthalle geschafft. Wobei einen die Armut, die vielen vielen Bettler und Familien, die auf der Straße leben, einfach total mitnimmt. Wir haben Vielen was gegeben, aber allen kann man ja leider nicht helfen. Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Das war die Schattenseite des Tages. Aber jetzt kennen wir auch Montevideo.

Und dann war es endlich soweit: Wir fahren zu Mimosa nach La Paloma, besuchen sie und Martín Zwillingsschwester, die gerade mit ihrer Familie dort Urlaub macht. Ich war ganz schön aufgeregt irgendwie. War es ja das erste Mal, dass ein Teil meiner Eltern die Mutter von Martín kennenlernt. Ist ja immer auch irgendwie ein Schritt. Aber es war ganz entspannt, ganz herzlich und Mimosa drückte den beiden einfach mal einen Kuss auf und sagte dann: Tja, so sind wir Uruguayer – viele Liebkosungen und viele Küsse, manchmal kommt das nicht gut an, ich hoffe, Euch macht es nichts aus! Machte es nicht und so wurde es ein wirklich schöner entspannter Nachmittag. Wir sind dann alle zusammen etwas herumgefahren, um die Gegend zu erkunden und zu zeigen, die schönen Strände, an denen wir sogar Delphine von Weitem gesehen haben, den kleinen Ortskern, bestehend aus einer Hauptstaße mit Surfläden, Restaurants und Souvenir-Geschäften, den Hafen, den Leuchtturm und meine Lieblingseisdiele „Popi“, die ich allerdings deutlich leckerer in Erinnerung hatte irgendwie.

Nach unserem Uruguay-Urlaub blieben uns noch 3 Tage zusammen, die wir bei herrlichem Sonnenschein entspannt in Buenos Aires verbrachten. Wir besichtigten das Grab von dem Tango-Sänger Carlos Gardell, fuhren auf einen Antiquitätenmarkt, der direkt an einer quasi S-Bahn-Station aufgebaut ist und liefen durch den großen Park in Palermo mit seinem Rosengarten und den Tretbooten. Und zum Abschied gingen wir natürlich noch mal ins Don Julio zum Essen, einmal Argentinisches Stead zum Abschied bitte mit Provoleta-Käse vorweg und Eis zum Nachtisch.

Und dann waren irgendwie doch ganz plötzlich 3 1/2 Wochen um. Und es hieß Abschied nehmen. Und wir hatten uns so daran gewöhnt, einfach jeden Tag zusammen zu verbringen, dass ein richtiges Loch entstand. Auch wenn es natürlich immer auch irgendwie ein bisschen anstrengend ist, Besuch zu haben, jeden Tag Programm und Organisieren, so war es am Ende einfach nur schön, dass Ihr hier ward! Es war die intensivste Zeit zusammen seit früher in den Sommerferien in der Schule. Und es hatte an so vielen Tagen etwas von den Städtereisen, die wir früher mit der Familie immer unternommen haben und die ich sehr vermisse. Das war so so schön! Danke für Euren Besuch, für Eure Offenheit für Neues, für Eure Ideen und Eure Einladungen – es war großartig und die ersten Tage danach waren ganz seltsam, leer, so ohne Pläne und vor allem ohne Euch.

Da flossen schon einige Tränen am Flughafen. Aber „in drei Monaten sehen wir uns ja wieder“ – dachten wir zu dem Zeitpunkt Ende Februar. Mal sehen, ob das in der jetzigen Situation so sein wird und ich im Juni kommen kann. Hoffentlich!

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