Familientreffen

Und dann standen sie endlich da! Mit Plakat „bewaffnet“, Medialunas (Croissants) in der Hand und ziemlich aufgeregt fuhren Martín und ich zum Flughafen, aber nicht allein, sondern mit Hugo, Martíns Schwager, denn wir brauchten ZWEI Autos. Zwei Autos, weil auch von mir wieder ein Koffer (voller IKEA-Sachen, denn IKEA gibt es hier nicht) mit ankam. 

Herzlich Willkommen Papi & Karin! Wie aufregend es war, Besuch zu bekommen, dort, wo man gerade selber erst so richtig ankommt. Plötzlich war ich diejenige, die in Buenos Aires abholt und nicht abgeholt wird. Ein ganz neues Gefühl.

Und mit diesem Tag starteten mehr als drei Wochen voller Ereignisse, gemeinsamem Neues-Kennenlernen und -Entdecken, Reisen und Essen… ja, viiiiiel Essen. Deshalb bekommt Essen einen einzelnen Blog-Beitrag denke ich 🙂

Wir haben soooo viel gesehen, ich habe es sehr genossen, „mein“ Buenos Aires zeigen zu können und gleichzeitig so viel Neues zu entdecken. Die ersten Tage war es wahnsinnig heiß und schwül. Puh! Für meinen Vater und Karin genauso anstrengend wie für uns. Mich macht das ja immer wahnsinnig fertig dieses Wetter. Aber wir haben uns nicht abhalten lassen und unser Touri-Programm trotzdem durchgezogen, wenn auch in etwas reduziertem Tempo aufgrund der drückenden Hitze. 2 Tage Touri-Bus gaben einen guten Überblick über die Stadt und typisch deutsche durchgeplante Tage (Martín hat sich schon immer totgelacht, wie denn der Plan heute wäre und wenn wir mal kaum einen hatten, konnte er es kaum fassen) erlaubten es uns, die klassischen Sightseeing-Punkte „abzuarbeiten“ und zusätzlich so einiges Besonderere aus dem Buch „111 Dinge, die man in Buenos Aires gesehen haben sollte“ zu entdecken.

Spannend war z.B. eine Geschichte, die mich sehr berührt hat, die mein Vater aus dem o.g. Buch hatte: Der Kapitän…. liegt hier auf dem Deutschen Friedhof in Chacaritas begraben. Warum? Weil er damals im .. Krieg, umzingelt von Feinden und wissend, dass sie diesen Kampf nur verlieren konnten, an Land segelte, seine Mannschaft frei lies (die alle in Argentinien blieben) und sich dann umbrachte, weil er sonst vor das Kriegsgericht gekommen wäre. Die Marine verheimlicht diesen Fall wohl immer noch, weil er „unehrenhaft“ sei, aber seine Tochter sorgt dafür, dass er als Held wahrgenommen wird, so wie es ja auch sein sollte, wenn er 250 Leben rettete.

Natürlich darf eines bei einem Besuch in Buenos Aires nicht fehlen: Der Tango. Der Tag bis zur Tango-Show verlief allerdings deutlich anders, als geplant: Das Auto blieb mit dem dezenten Hinweis „wenn Sie nicht SOFORT stehen bleiben, wird das Auto einen Motorschaden haben“ liegen und zwar mitten im strömenden Regen und mitten auf der Autobahnausfahrt. Damit galt es, diverse Hinternisse zu überwinden, denn wir befanden uns quasi gerade NOCH in der Provinz Buenos Aires, aber dann auch wieder FAST SCHON in der Stadt Buenos Aires. Für beide Bereiche sind verschiedene Taxi- und auch Abschlepp-Unternehmen zuständig. Alles nicht so einfach, aber wir hatten einfach totales Glück und ein UBER-Fahrer hat sich erbarmt, sich in den Stau hinter uns gestellt und uns eingesammelt. Also Karin, Papi und mich. Martín wartete stundenlang auf den einen Abschleppdienst, der ihn dann die letzten 300 Meter aus der Provinz in die Stadt schleppte und dann wiederum eine Stunde auf den nächsten, der ihn von der Stadtgrenze zur Werkstatt schleppte. Somit startete das Tango-Dinner ohne Martín, der aber noch rechtzeitig zur Show und für ein Foto mit mir ankam: Touri-Alaaaaarm!!!

Wenn es nach Karin gegangen wäre, wären wir wohl jeden Tag zu „ihrer“ Magnolie gegangen, die sogenannte Flor Generica, ein Kunstwerk, das sich mit Sonnenaufgang öffnet und mit Sonnenuntergang schließt – wenn es nicht gerade kaputt ist und kein Geld für die Reparatur zur Verfügung steht. Trotzdem ist sie schön und zum Glück war das Hotel nicht zu weit weg, so dass der ein oder andere Besuch stattfinden konnte 😉

Nicht zu vergessen ist natürlich auch Karins Geburtstag, den wir ausgiebig feierten mit Reinfeiern mit Singen (auch wenn aus der Dachterrasse mit Blick aufgrund von Regen leider nichts wurde), Rausfeiern mit Singen und einfach auch mal mittendrin mit Singen (wer mit kennt….). Vor allem aber mit leckerstem feinen Essen (wir drei so richtig schick mit kleinem Schwarzen und so) und Champus (welch Überraschung!) bei einem mega Blick auf den modernen Stadtteil Puerto Madero und die Frauenbrücke vom Architekten Calatrava (ja, ein wenig Bildung gibt’s hier umsonst). Und natürlich mit Tisch-Wechsel im Restaurant, der Spezialität meines Vaters – aber darüber könnte ich ein gesondertes Kapitel (nein, ein gesamtes Buch) schreiben glaube ich 🙂

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