Sekt & Boarding-Schluß

Nun aber nochmal zu meinem Abflug-Ankunfts-Tag zurück. Ich war über-rechtzeitig am Flughafen, es war keine Schlange am Schalter und meine beiden großen Koffer wogen jeweils 23,4 kg. Was exactamente die Grenze ist, denn ab ,5 rundet die Maschine auf und der Koffer gilt als zu schwer. Und da es heue ja keine Personen mehr am Schalter gibt, die man mit „aberichwandereausundbenötigedochsowahnsinnigvielesachen“ überreden kann, dass 1 kg ja nun wirklich nicht den Unterschied mache, hatte ich also Glück. Bis dahin war alles gut.

Ein paar meiner Mädesl trudelten am Flughafen ein, wir tranken gemütlich Kaffee und überraschenderweise wurde auch irgendwann der Prosecco geöffnet. Schnatter schnatter schnatter und ich sag noch: Na, ich sollte wohl mal los, in 10 Minuten ist Boarding und in 25 Minuten schließt das Boarding. Aber hey, in Hamburg an der Security ist ja abends nie viel los. Sonst. An dem Abend aber eben doch. Ich stand also in dieser Schlange mit Hitzepickeln und Stressschweiß (da hätte mir das gute Hidrofugal-Deo mit #schweissegal mal geholfen) und bin 4 Minuten vor offiziellem Boarding-Schluss an der Reihe, mich mit erhobenen Händen in diesen Scanner zu stellen. Mami und die Mädels beobachten die Anzeigen am Bildschirm und wollen mir mittels Bildsprache (top-Finger nach oben, Herzchen wurden zugeworfen, Handbewegungen, die „ruuuuhig“ bedeuten sollten) klar machen, dass ich es schaffe, da zwar nicht mehr „go to Gate“, aber immer noch „Boarding“ dran stand. Ich komme also durch den Scanner und dann startet das Desaster, was ich noch nie nie nie hatte. ALLES – A L L E S wurde auseinander genommen. Mein Trolley, meine Tasche (ja, die musste als Handtasche durchgehen beim Handgepäck) und meine Handtasche (die dann in die Tasche käme im Notfall). Alles. Warum ich einen Pürierstab im Handgepäck hätte. Man ey, weil ich nach Argentinien ziehe und da alle Küchensachen suuuuper teuer sind, ich gern Suppe esse und der Koffer schon so schwer war… noch 2 Minuten bis Boarding-Schluss. Was das für ein Mini-Drucker sein, warum habe ich nur den Laptop, nicht aber auch das iPad ausgepackt auf dem Security-Band… ja, valide Fragen…weil ich gestresst bin man. Boarding-Schluss. Er fragt den Polizisten nebenan, ob ich den Pürierstab trotz Messers mitnehmen darf. Am liebsten würde ich den blöden Pürierstab samt Polizisten hier lassen. Aber er sagt Ja. Danke lieber Polizist. Ich winke ein letztes Mal zu Mami und den Mädels und renne um mein Leben, vorbereitet, den gesamten Flughafen entlang zu rennen. Und sehe, dass das allererste Gate meins ist. Und gerade erst das Boarding beginnt. Ich stelle mich ganz cool hinten in die Schlange. Und schwitze. Oh man. Alles egal, Hauptsache ich bekomme den Flieger. Puh.

Dann gehe ich die Gangway entlang, ein letzter Blick zurück… ein passender Spruch…

Und dann fliegen wir los, über Hamburg. Ein wundervoller Blick über die schönste Stadt der Welt. Und es fühlt sich gar nicht an, als wenn ich so lange weg sein werde. Wer weiß.

Ich gehe in Amsterdam an meinem Sabbatical-Starbucks vorbei, habe kaum Lust und Zeit, einen Kaffee zu trinken, stelle mich in die Boarding-Schlange nach Buenos Aires und sitze im Flieger. Gebuchter Fensterplatz, klappt alles. Es ist super warm. Der Typ in der Mitte ist eindeutig zu „groß“ (in alle Richtungen) für den Mittelplatz. Schläft schnell ein, schnarcht lauthalts mit weeeeeit offenem Mund (bäh!) und schnappt dabei so ganz fies. Dann bewegt er den Kopf und ich sehe die Schweißperlen, die aus seinen Haaren rinnen, die Kopfstütze entlang laufen…. und dann passiert das Unfassbare: Sein Kopf landet auf meiner Schulter. IGITT!!! Ich zucke zurück, tippe ihn an. Keine Reaktion. Ich rufe laut HEY! und schubse ihn weg. Da wacht er auf. Alter – einmal noch!!

Im Flieger hole ich alle Karten, Briefe und co aus und lese sie. Und bin unendlich dankbar für so viele liebe Worte und Gedanken von meinen Liebsten. Ach Ihr…

Abschied_Ankunf_27ac0

Dann komme ich an. Es ist leer am Flughafen, die Passkontrolle läuft problemlos, meine Koffer sind gleich da und ich darf sogar ohne Handgepäckkontrolle einreisen. Und da steht Martín mit Blumen und einem großen Lächeln auf den Lippen. Hallo! Da bin ich! Wir fahren nach Hause und die Sonne geht langsam auf.

Und nun ist er da, der Moment:

Abschied_Ankunf_4

 

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