Einfach leer.

Ich wollte eigentlich gleich schreiben, wenn ich angekommen bin. Aber es ging nicht. Da war nichts. Nur Leere. Das fing schon im Flieger an. Nach einem sehr hektischen Abflug (dazu später mehr), saß ich im Flieger und war einfach nur kaputt. Müde. Ausgelaugt. Leer. Weder traurig noch froh. Weder aufgeregt noch nervös. Einfach gar nichts.

Das hab ich irgendwie selten, dass ich so gar nichts fühle. Hatte ich das überhaupt schon mal? Hm. Es hat mich auf jeden Fall maximal irritiert und ich konnte es überhaupt nicht zuordnen für mich. Ich hab am Flughafen beim Abschied auch gar nicht geweint. Das lag vielleicht an der Hektik, die plötzlich aufkam oder daran, dass ich Zuhause vorher schon so einen Heuel-Flash bekommen habe. Mein lieber seeeeehr guter Freund Jörn schickte mir kurz bevor es zum Flughafen ging ein Video. Udo Jürgens. mit der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft. „Buenos Dias Argentina – guten Tag, Du fremdes Land“ singend. Ich kannte das gar nicht, musste unglaublich schmunzeln und dachte: Alles nicht so schlimm mit dem Abschied. Bis er das „Heimat“-Video mit dem Song der Hamburger Goldkehlchen hinterherschickte. MOIN MOIN HAMBURG MEINE PERLE ICH HAB DICH SO DERBE GERNE. Da liefen die Tränen. In die Birnen, Bohnen und Kassler von meiner Mutter. Zum Glück war die schon da zum Trost Spenden und umarmen. Puh.

Auf jeden Fall ging dieses LeereGefühl hier so weiter. Ich gab mich total gefreut, Martín am Flughafen zu sehen, als er da mit Blumen stand (und Blumen sind hier nicht so ein Ding, das heißt, er hört zu und macht Dinge, die ich liebe. Wie mir Blumen zu schenken – finde ich ja toll so was). Die Leere hat auch nichts mit ihm zu tun. Sondern sie ist in mir.

Aber dann kamen so nach und nach Momente, in denen ich realisierte, was hier eigentlich gerade Schönes passiert. Ich habe das große Glück, eine Zeit lang mit dem Mann den ich liebe, in einem wunderschönen Land zu leben. Auch wenn dieses gerade krisengeschüttelt ist, so ist es trotzdem schön.

In diesen Momenten sehe ich, dass ich in einem Land lebe mit Palmen an der Bahn-Station, mit Tango in den Parks und einfach mit bisher jeden Tag Sonne. Und so viel Neuem zu entdecken für mich. Es liegt an mir, die Leere zu füllen. Aber auch, zu akzeptieren, dass sie mal da ist. Und da sein darf. Alles ein Lernprozess. Hallo Sabbatical-Gedanken….da seid Ihr ja wieder.

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