Bei-Bei Beiersdorf

So krass! Immer noch unfassbar für mich. Ich habe wirklich gekündigt und bin da nun raus. Aber von vorne.

Seit dem Zeitpunkt, seit dem klar war, dass ich kündigen werde, war ich soweit: Ich wollte es rausposaunen, mit Leuten im Büro mein täglich Leid und Freud teilen, meine Stimmungsschwankungen erklären und mich rechtfertigen, dass ich sehr wohl um 9.30h im Büro todmüde ankommen darf, wenn ich doch schon seit 7h auf dem Amt war wegen irgendwelcher Urkunden, Apostillen oder Bescheinigungen. Aber wie das eben in jedem Konzern so läuft, bestimmen viele Aspekte den Zeitpunkt der Kommunikation eines Wechsels/ einer Kündigung – und meiner war eben noch nicht dran. Also hab ich brav meinen Mund gehalten und meine innere Gestresstheit auf andere Dinge geschoben.

Vor einigen Wochen ging dann der Abschieds-Marathon los mit einem Heads-Team-Dinner im NENI in der Hafencity. Wir hatten einen wirklich lustigen und sauleckeren Abend, aber so richtig schlich sich weder Traurigkeit noch das Gefühl, dass ich wirklich gehen würde, ein. Kein Wunder, denn ein paar Wochen gemeinsame Büro-Zeit lagen ja noch vor uns.

Nach dem Essen gingen wir in kleiner Runde noch nach nebenan in die Boilerman Bar und ich weiß nicht, ob es am hier-erfundenen-und-von-hier-in-die-Welt-hinaus-getragenen „Gin Basel Highball“ lag, aber da merkte ich schon, schnief schnief, dass mir nicht nur das Büro, der Job, der gesamte Laden fehlen werden sondern vor allem das Team!!

Wenn man Abschied so in Etappen macht, ist der Vorteil, dass man zwischendrin immer nochmal komplett Alltag hat und die Abschiedsgefühle wieder in eine entferntere Schublade stecken kann. Das hat mir ungemein geholfen.

Die nächste Etappe war dann der Abschied von meinem Kollegen und Freund Frenz, der mir gegenüber sitzt. Und so sehr er von mir genervt ist, so sehr haben wir uns auch angefreundet. Wenn man so Stunde um Stunde gegenüber sitzt und über alles mögliche quatscht, beruflich wie privat, man ey, auch das wird mir fehlen! Mein täglicher Blick:

Aber dann – wie Weihnachten ganz plötzlich – kamen die wirklich letzten Tage. Und somit mein letzter Termin, mein letztes Meeting bei Beiersdorf. Das war schon sehr unreal irgendwie. Zumindest gab es Eiskonfekt beim Meeting, so wurde der Abschieds-Moment ein wenig versüßt.

AbschiedBeiersdorf_15

Und dann kam er, der letzte Tag, der 29. August 2019. Ich ging mittags ein letztes Mal durch die Flure, auf denen noch die alte NIVEA Werbung hängt, fuhr bewußt nochmal mit dem Paternoster und ging noch mal in die Kantine. Und dann passiert das nahezu Unfassbare (naja, ganz so vielleicht doch nicht): Es gibt Currywurst! Das klingt erstmal nicht besonders, aber irgendwie feiert es ganz Beiersdorf immer mega ab, wenn es Currywurst gibt und ich – ich esse nicht täglich in der Kantine – war in 15 Jahren noch nie an dem Tag in der Kantine, wenn es mal Currywurst gab. Und dann auch noch mit Wackelpudding zum Nachtisch. Und los. Essen konnt ich leider kaum was, mir lag doch ein riesiger Klos im Magen. Und geschmeckt hat sie mir jetzt auch nicht so mega. Warum der Hype? I don´t know. Aber ich kann jetzt Mitreden beim Beiersdorf-Currywurst-Talk.

Und dann am frühen Nachmittag war es soweit: Mein Abschied. Puh. Last day. So richtig. Jetzt wird’s ernst. Plötzlich ruft mich mein Chef in den Meeting-Raum und sagt den Klassiker: Du, ich muss gleich ne Rede halten, kannst Du mir mal 3 Stichpunkte geben? Ich denke: Nee, echt jetzt. Es ist natürlich nur ein Scherz und plötzlich gehen die Schotten auf und ich fang total an zu heulen. Und dann komm ich in unsere Büro-Küche und da stehen alle und ich denke nur: Oh mein Gott, hör irgendwie auf zu heulen, ich konnte kurz mal nicht mal sprechen. Puh! Zum Glück begann der AbschiedsNachmittag mit einem Film unserer unfassbar professionellen Team-Sing-und-Tanz-Performance auf der Jahrestagung vor zwei Jahren und ich konnte mich etwas fangen. Dann die Rede von meinem Chef. Mega. Lieber Kwesi, auch an dieser Stelle nochmal DANKE für diese wirklich schöne, wertschätzende, emotionale, persönliche und dazu noch lustige Rede. Ja, man, ich werde die „don´t-get-fired-topics-of-the-day“ auch vermissen!“ Und Euch alle! Weil Ihr ein tolles Team seid! Ich hab dann noch tollste, durchdachte und so liebe Geschenke bekommen, wurde geherzt, gedrückt, umarmt und wir haben uns – nach der Currywurst – die Bäuche mit Argentinischen Empanadas & von mir selbstgemachten Alfajores-Keksen sowie mit leckerer Torte vollgeschlagen. Schön war es und wirklich wirklich traurig. Und ich war sehr froh, dass meine lieben Freundinnen Moni und Jennie auch bei Beiersdorf arbeiten und dabei waren, Ihr habt mir echt Halt gegeben in dem Moment, als ich so aufgelöst war – DANKE.

Danach fiel alles von mir ab, mir war kalt und ich war totmüde. Klassiker. Aber ich hatte noch einiges zu tun. Aber vorab: Handy abgegeben, Taxi-Karte abgeben. Und dann den Laptop leer machen, alles nochmal ordnen. Den Schrank zu Ende ausräumen. Und dann meinen Platz verlassen. Das Stoff-„Eucerinchen“ hab ich da gelassen. Tschüß Büro, tschüß Beiersdorf, tschüß Team! Und danke an Kwesi und Lisa fürs Mit-Runter-Tragen der Massen an Taschen.

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Interessanterweise habe ich einen kleinen Kalender wiedergefunden, den ich dem Team geschenkt hatte, als ich damals – vor genau zwei Jahren – ins Sabbatical ging. Wie passend:

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Kwesi abschließende Worte waren: Du machst alles richtig, sieh dahin, was vor Dir liegt und nicht dahin, was Du verlässt. Ok, I will try 🙂

 

2 Gedanken zu “Bei-Bei Beiersdorf

  1. Abschiede ziehen sich hin, tun weh, aber am Ende ist man auch froh, dass es jetzt endlich mal vorbei ist! 🙂
    Uebrigens: Dein letzter Tag war am 29.September? Dann ist die Zeitverschiebung in den Yukon noch schlimmer als angenommen xD
    Viele Gruesse und alles Gute,
    Luisa

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