Ich bin wieder „da“

Krass! Es ist genau 2 Monate her, dass ich den letzten Post geschrieben habe für diesen Blog. Und zwischendurch dachte ich schon, dass ich vielleicht einfach gar nicht mehr blog-schreibe. Einfach, weil ich nie Lust dazu hatte. Und auch feststellte, dass mein Leben gerade nicht wirklich was Erzählenswertes zu berichten hat. Und dann fragte ich mich, ob es wohl „schlecht“ sei, dass man in einem Sabbatical täglich so viel erlebt, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll zu schreiben und im Alltag einfach vieles so vor sich hin dümpelt. Ich weiß nicht – ist es schlecht?

Oder einfach ganz normal? Keine Ahnung. Auf jeden Fall hatte ich heute mal wieder Lust zu schreiben. Auch wenn nicht wirklich etwas Lebensveränderndes passiert ist. Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich wieder am Reisen bin. Quasi. 12 Tage Uruguay und Buenos Aires liegen hinter und 4 weitere Tage Buenos Aires vor mir.

Auch wenn es hier ja schon ein wenig wie Zuhause ist für mich und wir (Martín, Maximo und ich) viel Alltag haben, ist es doch immer noch auch Urlaub, alleine schon deshalb, weil ich frei habe. Wobei ich dieses Mal richtig lange brauchte, um runterzukommen. Wahrscheinlich weil die letzten Wochen im Büro echt stressig und viel waren. Und natürlich ist auch all das Hamburg-BuenosAires-Fernbeziehungs-Ding irgendwie viel. Gedanklich und emotional. On top kam, dass wir uns fast direkt nach meinem 15 Stunden Flug 9 Stunden ins Auto gesetzt haben und nach La Paloma in Uruguay gefahren sind.  Wir, das waren dieses Mal „wir vier“ – denn nach fast einem Jahr habe ich endlich die 16jährige Ziehtochter von Martín kennengelernt, Martina. Sie ist, wie Maximo auch, jetzt nicht die größte Plaudertasche vor dem Herrn, aber es groovte sich alles gut ein und wir hatten eine gute Zeit, haben jeden Morgen die leckeren Teilchen zum Frühstück von der Bäckerei geholt (immmmmmer ruff uff die Hüften), die wundervollsten Sonnenuntergänge bestaunt und Beach-Time gehabt.

Anlass der Reise war ein langes Wochenende und Karneval. Wenn ich es in meinem Leben schon nie nach Köln zum Karneval geschafft habe, dann zumindest nach Uruguay, wo es angeblich auch ein großes Thema zu sein scheint. Wurde mir zumindest so erzählt. War aber nicht so. Am Ende ist kaum jemand verkleidet, dafür viele Jugendliche (oder die, die sich dafür halten) auf Street-Festivals total betrunken und das Highlight waren eigentlich die Wasserbomben-Schlachten, die man sich so vorstellen kann, dass wir mit Eimern voller Wasserbomben im Auto durch den Ort führen, uns Schlachten lieferten mit anderen bewaffneten Autos und all den großen und kleinen Kids am Straßenrand und am Ende völlig durchnässt mit einem einem Pool gleichenden Auto zurückfuhren. Mit einem Lächeln im Gesicht. Einfach mal wieder Kind sein.

Ansonsten hab ich 2 Tage Strand genießen können, wir haben viele Family Momente gehabt und ich durfte auf dem Rückweg Punta del Este im Sommer kennenlernen. Auch wenn all die Hochhausburgen nicht so meins sind und ich den Vergleich mit Miami doch etwas vermessen finde, war es schön dort und sich den feinen Sandstrand durch die Zehen rieseln zu lassen und nochmal im Meer zu baden ist ja einfach überall auf der Welt priceless.

Uruguay_2019_12

Nach 11 Stunden Rückfahrt Richtung Buenos Aires, erwartete uns auch hier traumhaft schönes Wetter und ich habe es mir schön gemacht unter der Woche während Martin arbeitete, Martina wieder Zuhause war und Maximo die weiterführende Schule startete, mit Freude-Treffen, den kleinen Sohn Matteo meiner lieben Freundin Julia kennenzulernen, Frühstücken zu gehen, im Park zu liegen und zu lesen, durch meinen Lieblingsstadtteil Palermo zu bummeln und auch einfach mal Nichts zu tun. Naja, und um ehrlich zu sein natürlich auch neben Einkaufen, Wäsche waschen, Mittagessen für Maximo machen, etc. – so ganz Urlaub ist der Alltag hier natürlich auch nicht. Aber Martín und ich haben es uns zu einem kleinen Ritual gemacht, ab und an nach der Arbeit zusammen auf ein Honey-Bier in eine der Cervecerias zu gehen, um ein wenig Zeit zu Zweit zu haben und zu reden bevor das Family-Dinner startet. Einen Abend  waren wir zum Dinner eingeladen bei Julia und José zu Rippchen und Waldorfsalat – und einer Picada vorweg, das ist so etwas wie eine Käse-Schinken-Platte. Super schöner Abend, super leckeres Essen, super tolle Freunde.

Jedes Mal, wenn ich hier bin, nehme ich mir vor, zumindest eine neue Sache zu erkunden, die ich noch nicht kenne. Dieses Mal waren es sogar drei:

Ich habe endlich die Markthalle in Palermo in der Calle Bondpland aufgesucht, wo es nur Bio-Sachen, Selbstgemachtes und alles ökologische Waren gibt (toll!!!), habe ein wenig geshoppt und bin voller Glück, dass es einen solchen (wenn auch wirklich kleinen) Ort hier gibt, zurück gefahren.

Weiterhin waren wir an einem Wochenende auf einem Street Food Markt, der Waren aus aller Welt anbot, was großartig war, nicht nur, weil wir uns ordentlich durchgefuttert haben sondern auch, weil es gutes Brot und guten Käse zu kaufen gab. Yes!

Und wir waren im Park, im Bosque de Palermo, wo man sich Inline Skates ausleihen kann (ja, ob das jetzt lecker ist oder nicht, sei mal so dahingestellt, aber am Ende leiht man sich ja auch mal Schlittschuhe aus ohne wirklich darüber nachzudenken… Augen zu und durch), so dass ich mit den Jungs mit skaten konnte bei herrlicher Sonne, mit toller Atmosphäre und ich fühlte mich richtig im Großstadt-Urlaub. Ein Traum! Das machen wir wieder!

Das war’s für heute. Wie gesagt, nichts wahnsinnig Aufregendes, aber doch wieder neue Eindrücke, Empfindungen und mehr und mehr ein Gefühl von zweitem Zuhause hier. Mit allen Pros und Cons.

2 Gedanken zu “Ich bin wieder „da“

  1. Da isse ja endlich wieder!! War mir hier zu lange still… umso schöner nun wieder ein bisschen auf Gedankenurlaub mit Dir zu gehen! Genieß die letzten Tage noch 😘

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