Empanadas, Evita & meckernde Männer

Am Sonntag ist es soweit: Ich gehe ein zweites Mal auf den Markt im Stadtteil San Telmo, dieses Mal nicht alleine sondern mit Martín, Máximo und Adrian. Eine mittelgute Idee…

mit drei (naja, 2 1/2) Männern auf einen Markt zu gehen, der sich über 1,5 Kilometer Länge erstreckt und bei denen nach 150m die Frage aufkommt, ob wir wirklich den gesamten Markt langgehen – äh, ja! Ich liebe die Stimmung hier im ältesten Stadtteil von Buenos Aires und die Mischung auf dem Markt! Und dieses Mal war ich natürlich so rechtzeitig da, dass ich die TangoTänzer auf der Plaza Dorrego nicht verpasse. Und es lohnt sich. So toll dieser Tanz voller Emotionen, von Trauer, Liebe bis Leidenschaft. Ganz typisch waren früher hier in Argentinien Glasflaschen, die mittels Ventil Kohlensäure ins Wasser gaben – sogenannte „sifones“. Die alten verzierten Glasflaschen werden, wie viele andere schöne Dinge, von Antiquitäten bis handgemachte HäkelKakteen, in San Telmo verkauft und ich überlege ernsthaft, mir eine als Andenken mit zu nehmen. Aber auf dem Markt waren sie so unverschämt teuer, dass ich dem Tipp gefolgt bin, in der Antiquitäten-Markthalle „Mercado de la Pulgas“ zu gucken…..bisher bin ich noch nicht fündig geworden, aber mal sehen.


Das Wetter spielt total verrückt – einen Tag genieße ich das Blätterrascheln (mein absolutes Lieblingsgeräusch) in FlipFlops und kurzen Hosen, weil es mit 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit noch so heiß ist, wie bei uns im Sommer und ein paar Tage später schüttet es in Strömen mit totalem Unwetter und als wir am Samstag abend in einer Bar waren, mussten wir barfuss zurück zum Auto, weil das Wasser so hoch stand von all dem Regen. Wir konnten gerade noch die Autotür öffnen, ohne dass Wasser eintritt. Wahnsinn.

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Insgesamt verbringe ich einfach viel Zeit in meinem Lieblingsstadtteil Palermo mit all den Läden und Cafés und mit meiner neuen LieblingsCaféKette „La Panera Rosa“, die den besten Kaffee hat und soooo leckere Kuchen, Kekse, Alfajores, etc!! Ich liebe diesen Stadtteil, weil er so eine gute Mischung aus Eppendorf und Schanze ist irgendwie – alle Hamburger wissen, was ich meine. Ich mag die Mischung aus Touristen und Einheimischen, die schicken Cafés neben abgerockten Kneipen, die nicht immer ganz günstigen Läden neben den Graffitis. Hier fühle ich mich am wohlsten in der gesamten Stadt würde ich sagen.


Und ich komme endlich dazu, das Evita Museum zu besuchen und stelle fest, wie kontrovers Eva Perón hier in Argentinien gesehen und diskutiert wird. Das Museum zeigt nur ihre Heldentaten und ihren Einsatz für die Arbeiterklasse, aber es ermuntert mich, den Film über sie anzusehen (nicht das Madonna-Musical sondern einen argentinischen Evita-Film), um mehr zu erfahren. Spannend ihr Leben. Und auch, dass Ihr Körper nach ihrem Tod 17 Jahre lang „auf Reisen“ war durch ein Hin- und Her-Gezerre zwischen Militär und „Peronistas“ (Perón-Fans). Ihr Todestag war ein Staatstrauertag und sie war 14 Tage lang öffentlich aufgebahrt, so dass Menschen aus dem gesamten Land kommen, trauern und Blumen ablegen konnten. Es kamen so viele, dass es erst keine Blumen mehr in Buenos Aires gab, dann in ganz Argentinien, so dass Blumen aus Chile importiert werden mussten – so sehr wurde sie verehrt.


Ich kann nicht genug bekommen von Empanadas in allen Varianten (selbstgemacht fast so gut wie die von den kleinen Empanaderias, die es hier überall gibt und wo sie die Stempel-Nummern bekommen, damit man weiß, wo was drin ist) und den leckeren typischen Keksen Alfajores (selbstgemacht am allerbesten: 2 Kekse gefüllt mit dulce de leche (wie Caramel) und in flüssige Schokolade getaucht, yummi!!!), vom Argentinischen Steak, von dieser Stadt mit all ihren bunten Graffitis überall und von den porteños, den Menschen, die hier leben, die vor jedem Namen „che“ sagen, was so viel heißt wie „ey“, die jedes „y“ und jedes „ll“ wie „sch“ statt wie im spanischen wie „j“ aussprechen und es mir so schwer machen, sie zu verstehen, ich mich aber nach und nach immer mehr reinhöre und inzwischen selber schon manchmal von „plascha“ und „casche“ spreche anstelle von „plaja“ und „caje“…. Buenos Aires, es war definitiv nicht das letzte Mal, das wir uns begegnen! Bis hoffentlich ganz ganz bald!

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