Träume erfüllen

Mein Neujahrsvorsatz 2017 war, dass ich zum Christmas Tree Lighting am Rockefeller Center sein wollte. Nach ein wenig Recherche stellte ich schnell fest, dass man dort den gesamten Tag stehen und warten müsste und die Chance auf einen guten Blick auf den Tannenbaum doch sehr gering seien. Nach weiterer Recherche wurde mir klar, dass man Tickets kaufen kann für die Veranstaltung, entweder mit Dinner oder nur mit Drinks und dann natürlich nicht warten muss. Und mir wurde klar, dass diese Tickets teuer sind. Sehr teuer. Puh! Aber es war mein Neujahrsvorsatz, mein Traum, ich habe mir das schon lange gewünscht. Und dann erinnerte ich mich daran, dass ich vor einer ähnlichen Entscheidung schon einmal stand, 2010 in Sydney. Ich war mit meinem Ex-Freund in Australien im Urlaub und wir wollten Sylvester in Sydney verbringen, natürlich mit Blick auf die Oper und die Brücke – um das zu realisieren, hätten wir einen gesamten Tag im Park sitzen und warten müssen und Regen war angesagt. Oder Tickets für ein Restaurant kaufen. Teure Tickets. Wir haben uns nach ewigem Überlegen und Abwägen für die Tickets entschieden und hatten eins der besten Sylvester unseres Lebens, es war genau die richtige Entscheidung und das Feuerwerk aus dem 2. Stock über Oper und Brücke zu sehen, war ein einmaliges Erlebnis. Daran dachte ich zurück und kaufte Tickets. Man muss auch mal verrückt sein. Und sich Träume erfüllen.

Nach dem im vor-vorherigen Post beschriebenen wilden Anfahrtsritt, kamen wir dann mit etwas Verspätung in der Brasserie Ruhlmann an. Viele ältere Leute. Hm. Aber deshalb waren wir ja nicht hier. Wir gingen raus auf die Terrasse. Und waren irgendwie enttäuscht. Der Baum war zwar zu sehen, aber direkt davor waren riesige Scheinwerfer, die in unserer Richtung leuchteten und uns somit den Blick auf den Baum verblendeten (gibt es das Wort? Na egal). Und wir konnten gar nicht auf die Fläche unten, wo danach die Eislaufbahn errichtet wird, gucken. Ich dachte, wir könnten da auf der Fläche mit den Tickets. Denn dort fand auch die Veranstaltung statt, die Moderation, die Künstler, die auftraten, etc.. All das konnten wir nur über einen großen Screen sehen, der aufgestellt war. Um die Tickets nicht bodenlos teuer werden zu lassen, hatten wir uns gegen Dinner-Tickest und für Only-Drinks-Tickets entscheiden. Also los. Schenken wollten wir denen nichts. 2 Champagner bitte. Und noch zwei und wahrscheinlich waren es hier oder da nochmal zwei. Wir haben ein sehr nettes Ehepaar kennengelernt, die in North Carolina lebten und er hat ihr zum 80. Geburtstag eine Reise nach NYC geschenkt inkl. dieses Abends (inkl. Dinner – natürlich). Wir hatten dafür Fingerfood, was auch sehr lecker war. Neben Thunfischtatar und leckeren feinen Dingen gab es Mini-Burger, für mich als totalen Burger-Lover das Highlight.

Die Show war ganz gut, Seal hat gesungen und Gwen Stefani und die drei Tenöre und es war schön mit all der Weihnachtsmusik und der Champagner-Stimmung. Wir standen draußen, es war kalt, aber schön kalt, weil dadurch auch irgendwie weihnachtlich und dann war klar, dass die Zeit langsam gekommen wir, dass die Lichter nun bald angingen (beim Tannenbaum, bei uns waren sie langsam schon an…). Die Moderatorin kündigte es an und wir erwarteten einen klassischen Ami-mäßigen-Mega-Countdown mit Tush und Trommelwirbel und was passiert, sie zählt 3-2- und dann sind die Lichter an. WHAT? Das war´s? Schön sah es trotzdem aus. Auch wenn wir den Moment irgendwie verpasst haben. Und dann sind die Amis ja auch knallhart – Lichter am Baum sind an, alle verlassen das Gelände und gehen. Wie beim Dinner im Restaurant – aufgegessen, Besteck gerade noch hingelegt, kein dessert? Gut, dann kommt zack die Rechnung innerhalb von 10 Sekunden. Bitte zahlen und dann gehen. Gemütlichkeit pur….

Knallhart empfand sicher auch die eine Frau den Fußboden, als sie mir der Nase zuerst darauf fiel, so dass ihre Brille zerbrach und ihre Nase blutete. Die hatte sich wohl auch vorgenommen, der Brasserie nichts zu schenken, hatte es mit den Drinks dann aber doch etwas übertrieben. Wir organisierten, dass Polizei und Restaurant-Leitung kamen und sich um die Frau kümmerten. Oh man.

Der Veranstaltungs-Fotograf hat noch ganz tolle Fotos von uns gemacht, aber irgendwie können wir die nicht finden…. er sagte, sie seien auf Facebook, aber da sehe ich sie nicht. Schade, aber irgendwie bekommen wir die sicher noch. Und dann gingen alle rein. Wir dachten, alle gehen nach Hause, aber als wir drinnen waren, waren viele am Tanzen. Yay! Da waren wir natürlich dabei! Und dann spielte der DJ „New York – Empire State of Mind“ von Alicia Keys – MEIN New York Lied! – und ich tanzte, hatte ein Glas Champagner in der Hand und sah aus dem Fenster auf den Christmas Tree mit all seinen Lichtern. Ich kann nicht in Worte fassen, was das für ein Gefühl war. Ein Glücksmoment. Ein Gefühl von Träume-Leben, von Ich-kann-alles-schaffen, von purer Lebensfreude und Glück. Es gibt ein kurzes Video von mir in dem Moment, das Moni aufgenommen hat, das ich hier leider nicht hochladen kann, aber es zeigt genau dieses Glück, das ich empfunden habe. Ich werde diesen Moment in meinem Herzen tragen – für immer!

Der DJ versucht es noch zu toppen mit „New York“ von Frank Sinatra, was natürlich auch ein toller Klassiker ist und so passend gerade und wir tanzten und es war alles so rund und passend in dem einen Moment. Traum-haft!

 

Auf unserem Weg zur U-Bahn hatte ich mir wohl in den Kopf gesetzt, mit jedem Polizisten in New York ein Foto zu machen und habe auch jeden gefragt, ob er verheiratet sei. Am Ende bin ich froh, dass wir nicht in Las Vegas gefeiert haben… Aber die Polizei-Jungs hatten alle gute Laune und wir haben nun ein paar schöne Fotos als Erinnerung und viel gelacht haben wir ebenfalls.

 

Der Abend endete damit, dass Moni den M&M Flagship Store am Times Square leer kaufte und ich mit der Klofrau dort so lange diskutiert habe, dass sie nicht direkt vor mir schließen dürfe, bis ich die Toilette nochmal benutzen durfte.

 

Was für ein herrlich Traumerfüllungs-Abend. Gute Nacht. Und schöne Träume.

Der Neujahrsvorsatz war für mich eingebettet in die Idee, einmal x-mas Shopping in New York zu erleben und am Rockefeller Center Schlittschuh zu laufen. Moni und ich machten uns also ein paar Tage später wieder auf den Weg zur 5th Avenue, wir rechneten mit einer ewig langen Schlange und kamen zunächst an einem VIP-Counter vorbei – klar, wir waren ja nun VIPs… einmal VIP immer VIP? Äh NEIN! Denn VIP-Schlittschuhlaufen kostet 150 Dollars. Ganz genau. Ich denke: Die will uns doch aufs Glatteis führen (Achtung, Wortspiel!). Als ich geschockt gucke, erklärt mir die junge Dame schnell, dass darin aber heiße Schokolade und Cookies enthalten seien. Na dann! Und ich hätte definitiv für 150 Dollars Cookies gegessen meine Liebe. Wir entscheiden uns – ohne eine Sekunde zu überlegen – dagegen und begeben uns auf die andere Seite zum Fuß-Volk. Wir warten keine 10 Minuten und bezahlen. Inklusive Schlittschuhe-Leihen liegen wir immerhin bei unter einem Drittel des VIP-Preises. Träume erfüllen scheint teuer zu sein. Aber es lohnt sich. Denn trotz sperriger Schlittschuhe, die sofort drücken und einem kurz die Lust nehmen, galant über das Eis zu gleiten, begeben wir uns aufs Glatteis. Und fahren Schlittschuh, Moni als Experte, ich eher weniger galant, aber es macht ungeheuer Spaß. Und wieder kommt dieses ungemeine Glücksgefühl in mir hoch. Kneif mich! Ich bin wirklich hier, in New York, an der 5th Avenue, zur Weihnachtszeit und laufe am Rockefeller Center unter dem Christmas Tree Schlittschuh!

 

Das ist der Wahnsinn! Yay! Ich liebe dieses Träume-Erfüllen-Gefühl! Pures Glück! Aufsaugen, inhalieren, auf die innere Festplatte brennen und nie mehr loslassen.

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