Noch einmal SOMMER tanken

And here we go again… den Weg, den ich neulich alleine von Miami nach Westen nach Cape Coral gefahren bin, fahren wir heute alle gemeinsam wieder zurück. Natürlich nicht, ohne vorher noch bei Starbucks zu halten – klar! Es geht erst ein wenig südlich und dann nach Osten durch die Everglades. Wir halten bei einem anderen Airboat-Tour-Anbieter und so komme ich in den Genuss, noch einmal mit dem Airboat zu fahren, die doch etwas andere Natur auf dieser Seite der Everglades kennenzulernen, den hübschen Airboat-Fahrer anzustarren, der sagt, wir würden heute wohl keine Alligatoren sehen können und ihn dann von etwas Besserem überzeugen: Wir sehen sogar 4! Das ist schon immer so ein spannender Moment, wenn man irgendwo glaubt, einen zu sehen und dann schwimmt er da wirklich im Wasser oder liegt irgendwo faul rum. Und ich konnte sogar einen kleinen Baby-Alligatoren halten. Alle gehen nach vorne und nehmen ihn in die Hände und lassen sich fotografieren. Ich will auch, denke ich und lasse mir von Gritti das Tier übergeben – AHHH und als ich merke, dass das glatte Wesen auf meinem Arm ja wirklich atmet und sich bewegt, da bekomme ich etwas Bammel. Ah! Aber ich überlebe überraschenderweise und jetzt kann ich sagen, ich hab mal einen Alligatoren gehalten. Gut, einen kleinen. Ein Baby. Aber trotzdem.

Wir fahren weiter, ab und an begleitet durch Linnis Gesang zu „Bibi und Tina, Amadeus und Sabrina“, staunen über Vögel, angezeigte enge Brücken, die gar nicht eng sind, stimmen immer mal wieder „sweet caroline“ an und die Zeit vergeht relativ schnell. Zack sind wir zurück in Miami Beach. Und der Ocean Drive sieht abends ja nochmal VIEL cooler aus, wenn alles erleuchtet ist. Ich find´s mega! Wir checken in unserem Hotel in der Collins Avenue ein, bekommen zur Begrüßung die Info, dass ich ein Upgrade auf eine Suite bekommen habe und Gutscheine für die Happy Hour im Kubanischen Restaurant nebenan. Hätte schlechter laufen können…. Wir merken, dass die Happy Hour in 5 Minuten vorbei ist und zack sitzen wir mit zwei Vodka-O und einem Gin-Tonic in der Kubanischen Bar. Die Drinks waren allerdings so stark, dass wir O-Saft und Tonic nach ordern mussten, aber zumindest kann man dem Barkeeper nicht vorwerfen, mit dem Alkohol zu geizen. Kurz das Auto ausräumen und los geht’s zum Ocean Drive zum Dinner. Wir gucken hier und da auf eine Karte und werden schnell überzeugt, einzukehren, als wir – selbstverständlich nur für uns höhö – das Angebot bekommen, alles für 50% des Preises zu bekommen. Wir haben nicht die Zeit, stundenlang nach dem besten Restaurant zu suchen, denn die Kleine ist am Verhungern, es ist inzwischen immerhin schon 20.30h. Wir bestellen einen riesigen Cocktail to share für uns drei und genießen Pasta mit Scampi und Muscheln. Es schmeckt, wir sitzen nett, direkt am Ocean drive mit Blick auf Palmen und Strand und haben einen bunten Abend. Selbstverständlich vergisst der Kellner, dass er uns 50% Preisreduktion angeboten hat, nimmt es aber mit auf, nachdem wir ihn „dezent“ darauf aufmerksam gemacht haben. Ich werde wieder mal eingeladen – 1000 Dank Ihr Lieben!!!

Linni geht nochmal schaukeln, wir schlendern zurück und gegen 23h darf das Kind dann auch mal ins Bett. Und wir auch. Sie findet es sooo schade, dass ich nicht in deren Zimmer schlafe und auch für mich ist es seltsam, in einen anderen Bereich des Hotels zu gehen – in den der Suiten. Ich habe unglaublich viel Platz mit Wohnzimmer, Esszimmer, Küche, … es ist eher wie ein gesamtes Appartment. Für den nächsten Tag aber perfekt, denn so können alle nach dem Strand bei mir nochmal duschen, umpacken (zum Glück ein paar meiner Sachen schon mal mit nach Hamburg nehmen) und sich fertig machen bevor sie zum Flughafen fahren.

Wir entdecken morgens auf dem Weg zu Starbucks eine super tolle italienische Bakery mit Croissants in allen Varianten, Törtchen, Foccachia, etc. – wir versorgen uns mit allerlei Leckereien, frisch gepresstem O-Saft und Kaffee…. dieser Kaffee ist ein Traum. Starbucks kann (nicht wirklich überraschend) dagegen einpacken. Warum ich dann so gerne bei Starbucks bin? Ich kann es nicht so richtig formulieren…. der Kaffee ist gut, nicht besonders oder so, aber solide. Ich weiß, es ist ein safe choice Kaffee. Und ich liebe diesen American Way of Life, den ich dabei immer ein wenig mit kaufe. Ich genieße es regelrecht, in einem Starbucks Laden zu sein – auch in Hamburg. Muss man nicht verstehen, ist aber irgendwie so.

Los geht es für uns runter zum Strand, ca. 10 Minuten zu Fuß entfernt. Wir bekommen – mit Hotel-Voucher – Liegen und einen Sonnenschirm und springen in die Fluten. Naja, jeder, der mich kennt, weiß, dass es nicht wirklich viel mit mutigem Springen zu tun hat, aber Grit ist bei mir und alles ist gut. Wir genießen es noch einmal in vollen Zügen, im Meer zu baden, denn für uns alle ist es das letzte Mal für die nächsten Monate. Es werden nochmal Muscheln gesucht und gefunden und zum ersten Mal liegen wir für einen Moment faul auf der Liege in der Sonne. Wie herrlich! Einfach Nichtstun, Rumliegen und Genießen.

Aber unser Tag ist zeitlich begrenzt, da die Drei um 17h am Flughafen sein müssen und wir wollen ja auch noch Shoppen. Unser Ziel ist die Lincoln Mall – wir sind nicht begeistert, in eine Mall zu gehen bei dem Wetter und umso positiv überrascht, dass es eine Outdoor Mall ist. Wie cool. Tolle Atmosphäre und Gritti shoppt Victoria Secret leer.

Dann heißt es, Tschüß sagen, wenn auch nur für 2 Wochen, aber es fühlt sich trotzdem doof an. Linni ist ganz süß, hängt auf meinem Arm, umarmt und küsst mich, sagt, dass ich mitkommen soll und, dass wir uns ja aber bald beim Keksebacken sehen. Und sogar noch vorher beim Weihnachtsessen. Weihnachten…. das wirkt so unglaublich weit weg und ist doch schon so nah. Das Auto fährt los, sie winken, ich winke und stehe alleine und etwas verloren am Straßenrand. Stille. Leere. Hm. Alleine. Klassenreisen-Effekt, wenn man nach Hause kommt und keine Geschwister hat. Diese Ruhe. Ein Loch. Kein Plan. Ich laufe los in Richtung Eisladen und gönne mir eine Kugel Chocolate Chip Cookie Dough Eis bei Haägen-Dazs. Eis hilft ja immer.

Und dann laufe ich noch einmal zum Strand. Es wird kühler, die Sonne geht unter und es ist eine zauberhafte Puder-Stimmung mit rosa Wolken und am Horizont sieht man die Kreuzfahrtschiffe auslaufen auf große Fahrt in Richtung Karibik oder so. Ich versuche, alles bewusst aufzusaugen und nicht so wehmütig zu sein, darüber, dass sie jetzt weg sind, sondern mich zu freuen, dass ich noch hier bin. Immer wieder dieses „Sich-drauf-konzentrieren-was-ist“, das hilft mir ungemein. Und es funktioniert auch jetzt.

Ich laufe bei einem großen Gay-Festival am Strand vorbei, man kann kostenlose HIV-Tests überall machen und ich bewundere viele hübsche knackige Typen, leider schwul. Aber schön anzusehen!

Ein letzter Blick auf die bunten Lichter am Ocean Drive und ich schlendere zurück zum Hotel. Es ist wieder happy hour Zeit und ich gönne mir noch einen Abschluß-Drink. Und bleibe gleich zum Dinner. Ceviche steht auf der Speisekarte, ich denke an meinen Chile-Urlaub vor zwei Jahren mit meiner lieben Freundin Neitschi, in dem ich mein erstes Ceviche gegessen habe. Und auch hier sitze ich noch in Flipflops draußen abends und es ist warm und die bunten Lichter leuchten im Dunkeln.

Krass, ich bin wirklich alleine in Miami. Miami Beach. South Beach. Das finde ich schon großartig. I can do this!

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