Kein halbvolles Glas

Die Weiterfahrt von Cape Cod in Richtung Boston verlief sehr entspannt und dank meines Navi, wußte ich sogar in schwierigeren Verkehrs-Situationen genau, auf welcher Spur ich fahren muss, damit ich nicht in die Wildnis abdrifte – perfekt. Kurzes Zwischenereignis: Ich stehe an einer absolut nicht viel befahrenen Kreuzung und halte brav am Stop-Zeichen, gucke nach rechts und was sehe ich da? Da stehen 3 riiiiiesige Truthähne direkt am Straßenrand. Ich habe mich gefragt, ob sie kurz vor Thanksgiving die Entscheidung des Freitodes wählen wollten und hab einfach mal pauschal laut gehubt. Sie haben sich mächtig erschrocken und sind weggelaufen ins Gebüsch und mir hoffentlich fürs Leben dankbar – wenn sie nicht doch noch im Topf landen…

Je näher ich in Richtung Boston kam, desto roter und gelber wurden die Bäume und so hab ich doch noch einen kleinen Eindruck vom Start des Indian Summer bekommen. Ist ja schon wirklich schön, wenn das Laub so leuchtet. Und ich liebe ja den Herbst so. Aber es war wohl ein so heißer Sommer, dass es eben immer noch so warm ist (was ja toll ist, ich beschwere mich ja auch überhaupt nicht) und somit auch der Herbst mit den so richtig bunten Farbwelten noch auf sich warten lässt. Es  hat mir trotzdem die Fahrt versüßt. (Und ich habe 6x „so“ geschrieben, in diesem Absatz: So!)

Durch den FreitagsNachmittagsStau um Boston herum musste ich mich ganz schön kämpfen, dann im Hotel angekommen – leider wieder so gaaar nicht schön, aber statt die nächste Krise zu bekommen, hab ich mich entschieden, nachts mein NotfallSchlafsackInlay rauszuholen sowie mein ReiseHandtuchAlsKopfkissenBezug zum Einsatz kommen zu lassen – und mein Lavendelkissen übertüncht hoffentlich den SchimmelGeruch aus dem Bad (bäh!)) – kurz einchecken, Auto ausladen und weiter ging es zurück ins FeierabendVerkehrsChaos. Das Auto abgeben mitten in downtown in einem offenen Parkhaus in der 7. Etage – muss man auch mögen…. alles abgegeben und nach 10 Minuten Fußweg war ich am Quincy Market. Bekanntes Terrain, Sicherheit, puh. Erstmal n Kaffee und n Apple Cider Donut. So! Schön ist es, wieder hier zu sein.

Es ist bereits mein viertes Mal in Boston und ich liebe die Stadt sehr! Es war inzwischen 16.30h und ich bin mit der U-Bahn nach Cambridge zum Harvard Square rausgefahren. Ich hatte nämlich wieder – dank eines weiteren Gutscheins meines mega Büro-Teams – eine OpenTableDinnerForOneTischReservierung. Dieses Mal im angesagten Alden & Harlow – da wo alle Harvard Studenten ihr Geld lassen. Nachdem ich zunächst eine Runde auf dem Campus gedreht und die gesamte Atmosphäre drumherum aufgesogen habe und ein wenig in Erinnerungen schwelgte an das einzige Mal, das ich bisher hier war, ging es für mich ins Restaurant. Es ist inzwischen fast kein Problem mehr für mich, für eine Person einen Tisch zu bestellen und dort alleine zu sitze. Spannend, denn die Situation an sich hat sich ja gar nicht verändert – meine Wahrnehmung dahingehen allerdings komplett. Gedanken sind eben immer nur Gedanken und sonst nichts weiter. Realität entsteht eben immer nur im Kopf. Leider war der Burger (voted Amerikas best burger) aus, aber der Fisch war sehr lecker und ich liebe ja die Amis besonders für ihre Art, die Gläser so schön voll zu schenken in den Restaurants – einen Rosé-Prosecco bitte und zack hat man gleich ne halbe Flasche: Somit ist das Glas eben nicht nur halbvoll, sondern ganz.

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