Ferry Marathon

An meinem letzten Hamptons-Tag wachte ich auf und nach zwei Tagen Regen und Sturm scheint die Sonne wieder – juhuuu! Und es ist herrlich warm! Leider fühlte ich mich ziemlich gerädert. In der Nacht haben in den Zimmern neben mir ein paar Männer übernachtet, die völlig voll nach Hause gekommen sind, dann der Meinung waren, sie müssten jetzt mal vor meiner Tür das Gespräch suchen, allerdings schnell feststellten, dass sie leider die Muttersprache bereits verloren hatten und sich dann einfach wild angeschrieben haben. Zumindest klangt es für mich so. Ohrstöpsel halfen zwar etwas gegen den Lärm, aber als sie anfingen, an Türen zu bollern, wurde mir doch etwas mulmig zumute und ich habe das komplette Tina-Sicherheits-Abwehrsystem aufgefahren. So! Nun soll mal einer kommen. Sie spürten, dass sie keine Chance hatten und gingen dann irgendwann ins Bett. Die neben mir sind leider beim Baseball-Gucken eingeschlafen und hatten den Fernseher so laut, dass Ohropax keine Chance hatten.

Froh darüber, noch zu leben, bin ich wie am ersten Morgen auch am Strand joggen gegangen. Hätte ich eine Bucketlist gehabt, hätte „Joggen am Strand auf den Hamptons“ sicher draufgestanden. Es war ein Traum, dort an der tosenden Brandung entlang zu laufen mit der Sonne im Gesicht. Herrlich! Ein wenig Yoga im Anschluss, weil es gerade so schön war dort am Strand und die Sorgen der letzten Nacht waren vergessen.

Ein letztes Frühstück in der Sonne im „Naturally Good“ (www.naturallygoodcafe.com, 779 Montauk Highway), wo es alles organic, fresh und homemade gibt – das Granola mit Joghurt und Obst kann ich super empfehlen, genau wie die frisch gepressten Säfte. yummi!

Gepackt, ausgecheckt und mich auf den Weg nach Orient Point zur Fähre gemacht. Alleine das Über-die-Insel-Fahren ist schon tiefenentspannend. Zum einen fahren die Amis ja irgendwie immer in aller Ruhe, was ich sehr angenehm finde. Keine Hektik, kein Gehupe, kein Gedrängel. Und die Landschaft hier ist wundervoll. Auch wenn die Bäume noch nicht so gelb-rot leuchten, wie ich es mir erhofft hatte, so gibt es auf der einen Seite Weinreben zu sehen, auf der anderen Seite ein Fall Festival mit Kürbis-Alarm und immer mal wieder eine alte Windmühle zwischendurch, genau wie die typischen weißen Kirchturmspitzen.

Zwei Stops musste ich noch einbauen: East Hampton, wo ich eine sehr nette Dame kennengelernt habe, die dort aufgewachsen ist, dann 10 Jahre in Vancouver gelebt hat und nun als Rentnerin zurückgezogen ist. Ich finde es ja immer wundervoll, mit solchen Locals zu sprechen. Ja und sie hat dann netterweise ein Foto vom „Hamburg Girl“ vor dem East Hampton Bookstore gemacht – und im Hintergrund ist sogar das Plakat vom Film Festival – yes! Proof that I have been there!

Der nächste Stop war Sag Harbour, wo die Reichen und die Schönen Urlaub machen oder auch gerne mal leben. Und ich kann es verstehen – es ist traumhaft schön dort, vor allem natürlich bei Sonne. Da so mit einem Latte in der Hand durch die Straßen zu schlendern, die Sonne im Gesicht, das Plätschern des Wassers zu hören und zum kleinen Hafen zu gehen – das hat schon was. Hach! Auf dem Weg dorthin, fährt man über die 114 (Lost at Sea Memorial Pike), an der wohl viele Promis wohnen, u.a. auch Calvin Klein und Ina Garten, deren Haus ich nun zwar hinter einer Hecke sehen konnte, aber leider nicht wußte, wer sie ist – ist hier aber sehr bekannt durch ihren ehemaligen Laden Barefoot Contessa und als Köchin mit TV-Shows und vielen Kochbüchern (im Bookstore gab es eine komplette Abteilung mit ihren Büchern): https://barefootcontessa.com.

Eine kleine Fähre musste ich nehmen von North Haven nach Shelter Island und noch eine kleine Fähre rüber nach Greenport, um dann zur großen Fähre (Cross Sound Ferry) von Orient Point nach New London zu kommen. Um nicht allzu viel Reiserei an einem Tag zu haben,  hab ich in Providence eine Übernachtung eingelegt. Highway – Parkhaus – Hotel – Mall (die mit dem Hotel verbunden ist) – Hotel – Parkhaus – Highway. Wie Providence ist? Keine Ahnung. Aber in der Mall hab ich zwei ganz passende Oberteile gefunden (nur das T-shirt gekauft, keinen Platz im Gepäck…) und im Food Court eine neue Food-Kette kennengelernt: Panera Bread. Kannte ich nicht, war aber ganz lecker und zumindest einigermaßen gesund (es gab Kürbissuppe und ein Cranberry-Walnuß-Brot mit Apfel, Hühnchen und Ruccola).

Am nächsten Morgen ging es früh weiter – um pünktlich bei der nächsten Fähre anzukommen in Woods Hole, um dann endlich nach Martha´s Vineyard überzusetzen.

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