Dinner for ONE

Die Königsdisziplin des Alleinreisens ist was? …… genau: alleine Essen zu gehen! In New York war ich ja überraschenderweise komplett versorgt mit dinner „dates“ und die USA machen es einem ja grundsätzlich leicht mit Coffee Shops, Food Courts und zur Not auch gerne Sports Bars in jeder Großstadt. Nun gibt es diese Auswahl aber nicht in jedem kleineren Ort und man hat ja auch nicht immer Lust auf eben diese.

Also finde ich mich an meinem ersten HamptonsAbend in der Main Street in Montauk ein und gucke danach, wo es nett und nicht zu teuer (wobei das beim Thema Dinner in Amerika ja kaum möglich ist) ist. Meine Wahl fällt aufs „668 Gigshack“. Ich überlege, ob ich nach einem Tisch FRAGE, entscheide mich dann aber bewusst für eine klare straightforward AUSSAGE: „Ich hätte gerne einen Tisch für eine Person, bitte draußen, am liebsten direkt diesen hier!“ so! Und zack saß ich da in der Abendsonne mit einem lokalen Wolffer Dry Rosé Cider und hatte einen Salat mit „blackened fish“ (kannte ich nicht, sehr typisch für hier, heißt, dass der Fisch mit Pfeffer mariniert wurde) bestellt. War ganz einfach, tat nicht weh und fühlte sich gar nicht so doof an. #stolz

Und wurde auf dem Nachhauseweg mit diesem traumhaften Sonnenuntergang belohnt:

Nächster Abend: von meinem Team bei Beiersdorf hab ich ja 3 Restaurant Gutscheine zum Abschied bekommen, einen davon für das Schickilacki-Restaurant ALMOND in Bridgehampton. Kann ich das? Will ich das? Wie kann ich es ggf. irgendwie umgehen? Ah – es gibt ein zweites Restaurant von denen in NYC und da bin ich ja mit meiner Freundin Moni nochmal im Dezember. Lösung! Lösung? Nee doch nicht – der Gutschein gilt nur für Bridgehampton. Irgendwie auch zum Glück. Weglaufen gilt nicht. Challenge accepted! Also bestelle ich einen Tisch. Über OpenTable. Für 1 Person. Ich fahre tagsüber auf meinem Weg nach Southampton einmal beim Almond vorbei, um zu gucken, WIE schickilacki es ist – es sieht sehr nett aus, aber nicht drüber. Gut. Parken kann man auch. Auch gut. Fühle mich irgendwie leicht bekloppt, aber es gibt mir Sicherheit. Was soll´s.

Als ich ankomme, werde ich super nett begrüßt und gefragt, ob ich an der Bar sitzen möchte oder am Tisch. Gerne am Tisch. Hallo – ich möchte hier Hummer essen und Hummer esse ich grundsätzlich nicht an der Bar 😉 Kein Problem heißt es und ich warte. Und warte. Und warte. Alle 2er und 4er Tische werden besetzt und ich warte. Bis ich der Versuchung nicht nachgeben kann und einbreche: „Wenn es für Sie einfacher ist, wenn ich an der Bar sitze, ist das auch ok.“ Und ich ärgere mich sofort! Warum sag ich das? Ich will das doch gar nicht. Und bin heilfroh, dass der nette Empfangs- und Tischzuweisungsherr sich entschuldigt und sagt, der Tisch wäre gleich fertig für mich. Ob ich einen Wein trinken möchte solange ich warte. Meine Kehle und meine Hände, die sich an etwas festhalten möchten schreien JA, aber bei einer Zero Tolerance Grenze für Alkohol am Steuer sage ich brav nein danke und bekomme ein Wasser. Kann man sich auch gut dran festhalten, wie ich jetzt weiß. Die Kellner fangen an, mit mir zu scherzen, es ist richtig nett und irgendwann sitze ich an meinem Tisch. Und fühle mich gut und groß und stolz. „I can do this!“ – da ist es wieder! Ich habe 50$ zu „ver-essen“ und bestelle vorweg Muscheln und dann Spaghetti mit Hummer! Wenn schon, denn schon! Schickilacki auf den Hamptons hier bin ich! Und es war super lecker. Und ich hab mich richtig wohl gefühlt. Alle waren sehr nett und aufmerksam. Es war ein richtig g schöner Abend! Danke liebes Eucerin-Team!!!!


Interessanterweise hab ich bei einem Diner zum Frühstück eine andere Erfahrung gemacht. Alleine? Dann bitte an der Bar. Ich möchte aber bitte einen Tisch. „Einen 4er Tisch (wovon 3 frei waren und niemand sonst wartete!) kann ich Ihnen nicht geben, dann müssen Sie auf einen freien 2er Tisch warten.“ Ok und wie ich warten kann! Ich werde ewig nicht bedient und dann auch noch schräg angeguckt, als ich wenig diner-like statt „Eggs & Bacon & Pancakes & Milkshake“ nur ein Joghurt mit Granola und Früchten bestelle. Das war zumindest lecker. Dafür kann ich heute die goldene Himbeere für den definitiv schlechtesten Kaffee der USA (mindestens!) vergeben. Der Laden und ich sind keine Freunde geworden 😦


Dafür war ich heute Abend noch ein zweites Mal im „668 Gigshack“ (Main Street, Montauk), es gab Blackened Fish mit hausgemachter frischer Mango Salsa und hausgemachtem Cole Slaw Salat – sehr zu empfehlen! Und es war genauso nett wie am ersten Abend, dieses Mal drinnen (wegen Sturm und Regen), dafür mit Live Musik! Geht doch!

fishmangotaco

5 Gedanken zu “Dinner for ONE

    1. Und inzwischen ist es schon fast normal geworden. Wenn mich jemand fragt: „Nur Sie alleine?“ bin ich ganz verwirrt und denke: „ja klar!“ – Übung macht den Meister…

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