Schlüsselmoment

Lange hab ich hin- und her überlegt, wie ich vom Flughafen zu meiner Airbnb-Unterkunft in Brooklyn fahre. Ich finde mich für meine Verhältnisse ja sowieso schon mutig, statt in Manhattan in Brooklyn zu wohnen (wo ich noch nie war und irgendwie immer das Gefühl hatte, dort ist es tendenziell gefährlich). Also dachte ich, müsse ich auch den nächsten Schritt gehen und statt mit dem Taxi zu fahren, UBER nutzen (hab ich auch noch nie gemacht) und mit der Subway zu fahren. Als ich dann allerdings ziemlich müde abends am Flughafen JFK ankam, waren mir die Immer-Mal-Was-Neues-Machen-Ideen zu viel und zack, saß ich im gelben New Yorker Taxi. Als wir an für mich seltsamen Ecken hier und da abbogen, merkte ich doch immer mal, dass ich kurz zuckte und dachte – wo fährt der mich hin? Ist das hier alles so richtig so? Aber ich hatte ja mein Ticket in der Hand von der netten Taxi-Firma-Dame persönlich ausgedruckt, also beruhigte ich mich selber – und dann waren wir auch schon da nach 45 Minuten. Es war ziemlich düster (sowohl die Helligkeit als auch die Gegend) und ich schien bei meiner Unterkunft angekommen zu sein. „Treppen hoch, dann hängt da ein Schloß, bitte den Code xyz eingeben und dann findest Du dort den Hausschlüssel drin“ – hatte Miz, meine Airbnb-Host mir geschrieben. Und los. Schloß gefunden, Code eingegeben, Schloß öffnet sich – UND IST LEER. Nun stand ich also in der Mitte von Brooklyn, nachts, Taxi weg, alles finster, Handy geht nicht, kein Schlüssel. Ja, da hätte ich kurz mal heulen können. Merkte aber schnell, dass das ja auch nichts hilft und hab dann überlegt: Mach mal was Neues, Aufregendes, Verrücktes, Du bist in der Stadt, die niemals schläft – trau Dich was, so richtig old school: Also hab ich geklingelt, an der Haustür, ohne Schnickschnack. Und da macht eine strahlende und super nette Miz mir die Tür auf, entschuldigt sich, dass sie vergessen hat, den Schlüssel zu platzieren und alles ist gut. Wir sitzen auf dem Sofa, quatschen. Und hier wohne ich jetzt also für die nächsten Tage: 317 South 5th Street, Brooklyn.

 

Mein Zimmer ist klein, aber das Bett super gemütlich, meinen Koffer kann ich im Wohnzimmer stehen lassen, Miz ist super nett und entspannt und die Wohnung ist wirklich süß und schön eingerichtet und ich fühle mich wohl. Old school ist manchmal doch ganz gut.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s